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Nutzgarten: So klappt es mit dem Tomatenanbau

Wer Tomaten anbaut, will Geschmack ernten. Bei den Sorten gibt es klare Unterschiede im Zucker-Säureverhältnis. Trotzdem ist die Sortenwahl nur für einen Teil des Aromas verantwortlich. Der grössere Teil hängt von Anbautechnik und Wetter ab. Die bestimmen den Erfolg.


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Dieser Artikel erschien am 13. Juni 2019 auf www.frauenland.ch und war bisher nur für Abonnentinnen zugänglich. Nun hat das Redaktionsteam entschieden, den Beitrag allen FrauenLand-Fans kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die gedruckte Ausgabe des Artikels finden Sie in der Ausgabe 03/2019. Wir wünschen viel Spass beim Lesen!»

Die Sortenvielfalt bei Tomaten ist riesig. Es gibt grosse, kleine, weisse, gelbe, rote, lilafarbene und fast schwarze Sorten.

Manche sind birnen-, andere pflaumenförmig, wieder andere sehen wie Fleischklösse aus oder bestehen aus einzelnen Zehen. 

Das Aroma reicht von säuerlich bis süss und ist mal mehr oder weniger intensiv. Doch die Sorte ist nicht allein fürs Aroma verantwortlich. Wie beim Wein gibt es auch bei Tomaten eine Art «Terroir». Damit ist der Einfluss von Klima, Boden und Anbautechnik auf den Geschmack gemeint.

Ausgeglichen ernährte Pflanzen schmecken zum Beispiel intensiver als Pflanzen, die zu viel Stickstoff oder zu wenig Kalium und Magnesium erhalten haben. Eine intensive Bewässerung erhöht zwar den Ertrag, reduziert aber gleichzeitig das Aroma. 

Dezent giessen – mehr Geschmack

Wer Klasse statt Masse ernten will sollte deshalb sehr sparsam giessen. Temperatur und Licht spielen ebenfalls eine Rolle: Höhere Tagesmitteltemperaturen führen, bei ausreichend vorhandenem Sonnenlicht, zu mehr und besserem Geschmack.

Dass im Herbst sogar die tollsten Tomatensorten, die im Sommer ein wunderbares Aroma hatten, nicht mehr gleich gut schmecken, wissen erfahrene Gärtnerinnen zur Genüge. Die Pflanzen können mangels Licht und Wärme einfach nicht mehr so viele Aromastoffe bilden. 

Tomaten und Temperatur

Wie gross der Einfluss der Temperatur ist, beweisen die Tomaten im Supermarkt: Sie schmecken nie so intensiv wie die sonnengereiften Tomaten aus dem eigenen Garten. Das liegt nicht nur an der Sorte, sondern vor allem daran, dass speziell Importtomaten in der Regel halbreif geerntet werden.

Früchte, die an der Pflanze ausreifen konnten, bilden nun mal deutlich mehr Geschmacksstoffe aus. Zudem werden die Importtomaten in Kühllastwagen transportiert und oft auch in Kühlhallen zwischengelagert.

Mit kalten Tomaten ist es aber wie mit kaltem Rotwein: Sie schmecken nicht. Auch die selbst angebauten Tomaten verlieren massiv an Aroma, wenn sie bei weniger als zehn Grad im Kühlschrank gelagert werden.

Im Gegensatz zum Wein kommt bei den Tomaten das Aroma nicht zurück, wenn die Tomaten nachträglich wieder wärmer gelagert werden. 

Sorteneigenschaften entscheidend 

Während die Sorte beim Geschmack also nur einer von vielen Faktoren ist, kann die Sortenwahl viel zum Anbauerfolg beitragen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Sorten mit begrenztem (determiniertem) und unbegrenztem (undeterminiertem) Wachstum. 

Zu den determiniert wachsenden Tomaten gehören zum Beispiel Buschtomaten. Sie müssen nicht ausgegeizt werden, tragen früh und meistens auch reichlich. Sie sind deshalb ideal für den Anbau auf dem Balkon und für klimatisch suboptimale Lagen.

Alle determiniert wachsenden Sorten stellen das Längenwachstum nach einer bestimmten Zeit ein und bilden danach keine neuen Früchte mehr aus. Dafür werden die bis dahin gebildeten wenigstens reif. 

Zehn Meter und mehr

Undeterminierte Sorten – und das sind die meisten – wachsen dagegen solange weiter, bis sie vom Frost (oder vom Krautfäulebefall) gestoppt werden. Bei spätreifenden Sorten und hohem Krautfäuledruck oder frühem Kälteeinbruch kann es sein, dass der Ertrag nur sehr bescheiden ausfällt.

In beheizten Treibhäusern können undeterminierte Sorten in einem Jahr gut und gerne zehn Meter oder länger werden. Auch im ungeheizten Gewächs- oder Tomatenhaus erreichen sie drei bis vier Meter Höhe.

Wenn man da noch weiter ernten will, muss man die Pflanzen abhängen weil man sonst nur schwer an die Früchte kommt. Das geht gut, wenn man die Pflanzen an Schnüren hochleitet und diese Schnur sukzessive verlängert, so dass der untere Teil der Pflanze auf dem Boden aufliegt. An diesem Teil sollte der Stängel entlaubt werden. 

Der Reifezeitpunkt der Tomaten

Ein wenig beachtetes Sortenkriterium ist der Reifezeitpunkt. Dabei gibt es früh-, mittel- und spätreifende Sorten.

Wer frühreife Sorten anbaut, hat eine höhere Erntewahrscheinlichkeit. Denn je später das Jahr, desto grösser ist der Krautfäuledruck. Helle Sorten (gelbe und hellrote) reifen fast immer früher aus als dunkle bis schwarze Sorten. 

Ob eine Sorte früher oder später reif wird, kann man durch die Anzahl Triebe ein wenig mitbeeinflussen: Eintriebig gezogene Pflanzen reifen früher aus als zwei- oder mehrtriebige Sorten.

Auch die Tomatenform wirkt hinein: Kleinfruchtige Kirschtomaten brauchen weniger lang, um reif zu werden als grossfruchtige. Ertragsmässig liegen die klein- und grossfruchtigen Sorten trotzdem mehr oder weniger gleichauf.

Cherrytomaten bilden einfach viele kleine Früchte, während Fleischtomaten wenige, dafür schwerere Früchte liefern.  

Kampf der Krautfäule 

Theoretisch kann man bis zum ersten Frost Tomaten ernten, praktisch ist die Krautfäule oft schneller und macht den Pflanzen vorher den Garaus.

Es ist deshalb wichtig, alle Massnahmen zu ergreifen, die der Krautfäule das Leben schwer machen. Wie alle Pilze, liebt Krautfäule ein feuchtes Milieu. Deshalb sollte man

  • Tomaten niemals von oben übers Blatt giessen; 
  • Tomaten möglichst unter Dach anbauen;
  • den Boden mulchen, damit keine Pilzsporen mit allenfalls vom Boden hochspritzenden Wassertropfen auf die untersten Blätter geschleudert werden; 
  • bodennahe Blätter entfernen und  genügend Abstand zwischen den Pflanzen lassen. 

Tomaten: Zwei pro Quadratmeter

Ein halber Meter Abstand sind das Minimum, bei regelmässig grossem Befallsdruck sind nicht mehr als zwei Pflanzen pro Quadratmeter (das entspricht einem Abstand 75 × 75 cm) empfehlenswert.

Buschig wachsende Wildtomaten wie zum Beispiel «Rote Murmel» sollten sogar einen Quadratmeter ganz für sich alleine haben. Man kann ihnen dazu ein trichterförmiges Gestell basteln, so dass die Blätter den Boden nicht berühren. 

Wenn die Krautfäule auftritt, befällt sie immer zuerst die älteren Blätter, diese sollte man dann sofort entfernen. Wer auf der sicheren Seite sein will, setzt auf krautfäulerobuste Sorten und nimmt dafür allenfalls in Kauf, dass sie nicht ganz so gut schmecken.

Das muss aber nicht sein, denn grundsätzlich gilt wie bei anderen Pflanzen auch: Langsam gewachsene, optimal ernährte und gut belüftete Pflanzen sind weniger anfällig für Pilzkrankheiten und Co., während gestresste, fehlernährte, zu dicht stehende Pflanzen leicht Beute von Krankheitserreger werden.  

Wachstumsstörungen

Vieles, was wie eine Krankheit aussieht, ist gar keine. Oft handelt es sich dabei um Wachstumsstörungen.

Solche Störungen können bei extremen Temperaturschwankungen, bei Hitze, Schwankungen in der Wasserversorgung oder bei einem Nährstoffungleichgewicht auftreten. Viele Wachstumsstörungen werden erst zum Problem, wenn mehrere Faktoren zusammentreffen. 

Bei Tomaten kommt es zum Beispiel zu Grünkragen (oder Gelbkragen) wenn die Früchte zu viel Sonne und Wärme erwischt haben.

Temperaturen über 30 Grad gelten als kritisch. Starke Temperaturschwankungen, hohe Stickstoffgaben oder eine schlechte Kaliversorgung spielen dabei ebenfalls eine Rolle. 

Die meisten Pflanzen schätzen Konstanz. Auf Temperaturschwankungen reagieren sie empfindlich, ebenso auf unregelmässige Wasserversorgung. Tomaten platzen dann gerne.  

Auch Südländergemüse wie Tomaten können Sonnenbrand bekommen. Wenn die Blätter entfernt werden und die Früchte nachher zu viel Sonne erhalten oder sich stark erhitzen, kann es zu Verbrennungen des Gewebes kommen.

Die oberste Zellschicht trocknet aus und das darunter liegende Gewebe wird zerstört. Die Folge sind eingesunkene, oft hellbeige Flecken auf der besonnten Seite der Tomate. 

Kalziummangel kann bei Schwankungen im Wasserhaushalt oder Überdüngung auftreten. Er kann bei Tomaten zur Blütenendfäule führen: An der Blütenansatzstelle entsteht ein dunkelbrauner bis grauer Fleck, der eintrocknet und verhärtet. Es gibt anfälligere und weniger anfällige Sorten.

Magnesiummangel führt bei Tomaten zu Aufhellungen zwischen den Blattadern an älteren Blättern. Sie verfärben sich im fortgeschrittenen Stadium und vertrocknen. 

 

Buchtipp

Ute Studer hat Tomatenpioniere in Deutschland, Kroatien, Frankreich, Österreich und der Schweiz besucht und nach Tipps zu Anbau, Pflege und Vermehrung gefragt. 

Ute Studer

Tomatenlust

Haupt Verlag,
240 Seiten, Fr. 38.40

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