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Nutzgarten: Der ideale Erntezeitpunkt bei Gemüse

Erst dauert es Monate, bis das Gemüse reif ist, und dann hat man plötzlich nur wenig Zeit für die Ernte. Es ist gar nicht immer einfach, den idealen Erntezeitpunkt zu erwischen – zumal fast jede Gemüseart ein anderes Optimum hat.


Bei Gemüse ist Reife so eine Sache: Reif für die Küche bedeutet nicht unbedingt reif aus Sicht des Gemüses. Lagerkürbisse kann man zum Beispiel auch unreif ernten. Sie werden dann genau wie Zucchetti verarbeitet, die genau genommen ja auch unreife Kürbisse sind.

Die vorzeitige Kürbisernte ist dann angebracht, wenn sich eine Kürbispflanze zu viel vorgenommen und massenweise Früchte angesetzt hat. Mehr als fünf bis sechs Kürbisse sollte man ihr nicht zumuten, bei Riesenkürbissen sind zwei Früchte sogar das Maximum.

Kürbisse ernten, wenn die Haut fest ist

Dass sie nicht alle Früchte ernähren kann, «merkt» die Pflanze meistens von selbst, dann stösst sie die überzähligen Früchte ab und sie verfaulen. Wenn man sie vorher erntet, hat man wenigstens noch was davon. 

Die Exemplare fürs Lager erntet man erst, wenn die Haut so fest ist, dass man sie mit dem Fingernagel kaum noch ritzen kann, in jedem Fall aber vor dem ersten Frost. Kürbis hält sich in einem trockenen kühlen, frostfreien Schopf oder Keller rund drei Monate lang.

 Die Lagerdauer ist allerdings sehr sortenabhängig. Wichtig ist, dass man den Stiel nicht zu kurz abhaut: Je länger er ist, desto besser hält der Kürbis. 

Blumenkohl ernten

Wenn Blumenkohl erst einmal reif ist, kann man ihn nicht mehr lange davon abhalten in Blüte zu gehen. Deshalb versucht man, ihn vorher zu ernten, möglichst genau in dem Zeitpunkt, wenn die Köpfe fest und voll ausgewachsen, aber noch weiss sind – oder die sortentypische Farbe violett, grün oder orange haben.

Wird zu viel Blumenkohl gleichzeitig reif, kann man einzelne Exemplare ausgraben und samt Wurzel kopfüber in einem kühlen Schopf oder Keller aufhängen. So hält er sich ein paar Wochen. 

Federkohl ernten

Beim Federkohl muss man dagegen nicht pressieren. Ihn erntet man fortlaufend nach Bedarf. Mit der Ernte der unteren Blätter kann man schon im Hochsommer beginnen. Der Geschmack steigt mit sinkenden Temperaturen jedoch an.

 

Für die Hochsommerernte spricht die Tatsache, dass eine regelmässige Ernte die Pflanzengesundheit fördert. Werden die untersten Blätter entfernt, kann die Pflanze besser durchlüftet werden, was nebenbei auch den Weissen Fliegen die Lust verdirbt, sich auf den Blättern niederzulassen. Solange man dem Feder- oder Palmkohl acht Blätter lässt, wächst er zügig weiter. 

 

Knoblauch ernten

Knoblauch wächst auch weiter, wenn man ihn länger im Boden lässt. Das ist aber gar nicht erwünscht, weil er dann seine Zehen teilt. Dann hat man zwar mehr, aber viel kleinere Zehen. Deshalb gräbt man ihn am besten vorsichtig aus, wenn sich das Laub gelb verfärbt hat, aber noch nicht umgefallen ist.

 Die Zehen sind dann gut sicht- und fühlbar. Anschliessend müssen die Knollen so lange getrocknet werden, bis sie durch und durch trocken sind. Danach können sie an einem kühlen, trockenen Ort über lange Zeit gelagert werden. 

Zwiebeln ernten

Im Gegensatz dazu erntet man Zwiebeln erst, wenn das Laub umgefallen ist. Wer lange haltbare Zwiebeln haben möchte, sollte den Loslösungsprozess langsam angehen und zuerst mit der Grabgabel die Wurzeln lockern.

 Dann kann man ein oder zwei Wochen später die Zwiebeln ausgraben, an die Sonne legen und anschliessend in einem luftigen Schopf lagern, bis sie durch und durch trocken sind. Erst dann sollte man sie putzen, zu Zöpfen flechten oder auch nur zusammenbinden oder lose an einem kühlen, trockenen Platz lagern. 

Peperoni ernten

Auch Peperoni können problemlos in unreifem Zustand geerntet werden, dann sind sie in der Regel noch grün. Der Vorteil der frühen Ernte ist der höhere Ertrag: Sobald die Pflanze eine Frucht weniger zu versorgen hat, kann sie ihre Energie in die Produktion weiterer Früchte stecken.

Bis Peperoni ihre sortentypische Färbung in den Farben gelb, orange, rot oder violett erreicht haben, dauert es fast so lange, wie sie für die Entwicklung einer neuen Frucht benötigt. Geschmacklich sind die ausgereiften Früchte den unreifen allerdings überlegen. 

Zuckermais ernten

Beim Zuckermais ist das Geschmackserlebnis am grössten, wenn er die Milchreife erreicht hat. Danach werden die Maiskörner erst zäh, dann hart und die Süsse verliert sich. Solange die Blütenfäden grün sind, ist die Kornbildung noch nicht abgeschlossen, dann muss man noch gar nicht nachschauen, ob die Kolben erntereif sind.

Erst wenn die Fäden vertrocknet sind, lohnt es sich, alle paar Tage einen Kolben vorsichtig auszupacken und die Nagelprobe zu machen: Tritt ein milchiger Saft aus, wenn man die Körner mit dem Fingernagel ritzt, heisst es Kolben schnappen und ab in die Küche: Je kürzer die Zeit zwischen Ernte und Genuss, desto süsser schmeckt der Mais.

Der Zucker wird nun nämlich fortzu in Stärke umgewandelt, und die kann geschmacklich mit Zucker nicht mithalten. Maisgourmets setzen das Kochwasser deshalb schon auf, bevor sie in den Garten gehen, um den Mais zu ernten. 

Bohnen ernten

Bei Bohnen kann man mit der Ernte gar nicht früh genug anfangen. Aus Versuchen ist bekannt, dass der Ertrag von Feuerbohnen vervierfacht (!) werden kann, wenn die Pflanzen gleich bei Erntebeginn einmal komplett durchgepflückt wurden.

Je mehr man erntet, desto mehr liefern die Pflanzen nach. Es scheint ganz so, als würde sie die regelmässige Ernte anspornen. 

Bei Buschbohnen, Stangenbohnen oder Feuerbohnen sollte man die Hülsen stets ernten, solange sie noch zart sind. Bleiben die Hülsen zu lange an der Pflanze, werden sie hart und zäh.

Überreife, kranke oder krumme Bohnen sollte man ebenfalls pflücken und notfalls kompostieren. Wenn man sie ausreifen lässt, besteht die Gefahr, dass die Bohnen ihre Mission (= sich zu vermehren) als erfüllt ansehen und keine neue Blüten mehr bilden.

Deshalb sollte man vor eventuellen Abwesenheiten immer noch einmal in die Bohnen gehen und restlos alle Hülsen abnehmen. Halbreife Hülsen (mit ausgebildeten, aber noch frischgrünen Kernen) können wie Erbsen ausgekernt werden. Die Ernte beginnt rund drei Wochen nach der ersten Blüte. 

Salat ernten

Endiviensalat kann man wie Pflücksalat auch blattweise ernten. Dann muss man jedoch von aussen nach innen pflücken und hat immer nur die dunkelgrünen und nie die milderen gelben oder hellgrünen Blätter in der Salatschüssel.

Die Methode ist trotzdem empfehlenswert, weil die Endivie weniger schnell fault, wenn die äusseren Blätter nicht auf dem Boden aufliegen. 

Salat wächst im Herbst nach

Im Herbst wachsen viele Salate nach der Ernte nach. Diese Eigenschaft ist bei den Zichoriensalaten besonders ausgeprägt. Wenn man bei der Ernte von Radicchio die Wurzel im Boden lässt, meldet er sich wenige Woche später mit einem lockeren Kopf für die Salatschüssel zurück.

Steht der Winter schon bevor, kann man die Wurzel nach der ersten Ernte auch ausgraben und wie bei Chicorée zur Treiberei verwenden. Der Zapfen wird dann rötlich, was sehr dekorativ aussieht. 

Reifebeschleuniger

Ernten ist das eine, lagern das andere. Lagern Sie Gemüse nie zusammen mit reifen Früchten! Obst produziert das Reifegas Ethylen und Ethylen ist Gift fürs Gemüse: Es lässt Blätter gelb werden, macht Spargel zäh, Rüebli bitter und bringt Kartoffeln zum Keimen.

Eissalat bekommt braune Rostflecken, Kopfsalat rötliche Flecken und weiche Blätter. Mitunter kann der Reifebeschleuniger aber erwünscht sein, zum Beispiel, wenn Tomaten halbreif geerntet wurden. Dann kann man sie zusammen mit einem oder mehreren Äpfeln in ein Kistli legen. Das funktioniert auch mit Bananen. 

Grünes Gemüse sollte stets früh am Morgen geerntet, eingepackt und kühl gelagert werden. 

 

 

 

 

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