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Garten: Ein Staudenbeet voller Sterndolden

Sie sind die heimlichen Stars in naturnahen Gärten: Die Gattung Astrantia major oder, zu deutsch, Grosse Sterndolde. Neben der einheimischen Wildform erobern vermehrt farbenfrohe wund blühfreudige Züchtungen die Staudenbeete.


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Dieser Artikel erschien am 13. Juni 2019 auf www.frauenland.ch und war bisher nur für Abonnentinnen zugänglich. Nun hat das Redaktionsteam entschieden, den Beitrag allen FrauenLand-Fans kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die gedruckte Ausgabe des Artikels finden Sie in der Ausgabe 03/2019. Wir wünschen viel Spass beim Lesen!»

Die einzelnen Blüten sind gerade mal so gross wie ein Stecknadelkopf. Doch mit ihrer Fülle bezaubern sie. Denn Astrantien präsentieren ihre Blüten geballt, als halbrunde Dolden, die von sternförmig angeordneten Blättern umrandet sind.

«Es sind Stauden, bei denen es sich lohnt, genau hinzusehen», sagt Stephan Aeschlimann. «Dabei entdeckt man immer mehr Details.» 

Sterndolden-Spezialisten

Gemeinsam mit seiner Frau Ursula Yelin betreibt er die Firma Gartenwerke in Eriswil BE. Er ist Gartengestalter, sie Landschaftsarchitektin. Ihr Unternehmen plant und bepflanzt Gärten und unterhält am Firmensitz einen Schaugarten in dem unter anderem rund 20 Sterndolden-Sorten gedeihen. 

«Sterndolden sind pflegeleichte Stauden, wenn der Standort stimmt», weiss Stephan Aeschlimann. «Sie mögen einen feuchten, humosen Boden und gedeihen in der Sonne und im Halbschatten.»

Er hat eine Auswahl spezieller Astrantien aus Gärtnereien in England und Holland ins Emmental gebracht. Grosse Sterndolden wachsen in der Schweiz aber auch wild, meist auf einer Höhe ab etwa 800 Metern über Meer. 

Schönheit auf den zweiten Blick

In der Schweiz wachsen viele Doldenblüher, wie Laserkraut, Hirschhaarstrang oder Kälberkropf. Aus dem Küchengarten gehören zum Beispiel Dill, Fenchel oder Kümmel dazu. Oft werden sie verkannt, weil sie optisch etwas «langweilig» wirken.

«Man muss näher ran um ihre Schönheit zu sehen», sagt Ursula Yelin. Dazu kommen die inneren Werte. Sie sind ideale Futterquellen für Insekten mit kurzen Saugrüsseln, wie Käfer, Wildbienen oder Wildwespen. 

Naturgärten sind gefragt

Yelin und Aeschlimann planen und bepflanzen vor allem naturnahe Gärten, wie sie inzwischen immer mehr gefragt sind. Auch bei Hobbygärtnern ist Biodiversität ein grosses Thema.

Ursula Yelin: «Die meisten wollen pflegeextensive Pflanzungen und vielen schwebt das Bild eines englischen Gartens vor, der aber keine Arbeit machen soll. Wir versuchen unseren Kunden dann jeweils zu erklären, dass gerade so ein Garen sehr pflegeaufwendig ist.»

Gärten im (Klima-)Wandel

Damit die ausgewählten Pflanzen gedeihen, müssen sie gesund sein und zum Standort passen. Aber unser Klima ist trockener geworden, viele alteingesessene Gartengewächse tun sich schwer damit.

«Die Leute haben Angst vor Neophyten, was teilweise berechtigt ist.» sagt Stephan Aeschlimann. «Doch man muss differenzieren.» Zudem wachsen diverse altbekannte Pflanzen keineswegs «schon immer» hier, sondern sind irgendwann eingewandert, zu Beispiel, weil sich das Klima verändert hat. 

Wenn die Pflanze nicht mehr zum Klima passt

«Selbst eine alteingesessene Gartenpflanze wie der Phlox bekommt Probleme, wenn es so warm ist wie die letzten Jahre. Wir brauchen daher Pflanzen, die zum aktuellen Klima passen. Auch sie haben einen Wert.»

Als Beispiel nennt Aeschlimann den Weissen Schuppenkopf. Er stammt ursprünglich aus Südeuropa, doch er ist bei den hiesigen Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlingen sehr beliebt. 

Ein Garten sei ein lebendiger Organismus, der sich verändere, ergänzt Ursula Yelin. «Viele haben ein fixes Bild im Kopf. Doch man kann einen Garten nicht möblieren wie ein Wohnzimmer und alles unter Kontrolle haben.» 

Sterndolden: Nicht zu heiss und trocken

Auch die Astrantien brauchen ausreichend Feuchtigkeit, gedeihen aber bisher in den meisten Gärten recht zuverlässig. Viel Sterndolden-Sorten sind weiss oder weissrosa.

Die bekannteste ist die Sorte ‹Shaggy› der renommierten englischen Wildgarten-Pionierin Margery Fish.

Es gibt aber auch rosafarbene und burgunderfarbene Züchtungen. Wie die ‹Ruby Wedding›, sie gilt als Ursprungssorte vieler roter Sterndolden. Der Züchter gab ihr den Namen «Rubinhochzeit», weil er sie seiner Frau zum 40. Hochzeitstag schenkte.

Beliebt sind auch die burgunderroten ‹Moulin Rouge› oder die Claret mit ihren fast schwarzen Blütenstängeln und den rosa bis roten Blüten. 

Was Sterndolden mögen

«An halbschattigen Standorten pflanzt man bevorzugt weiss-grüne Sorten», erklärt Stephan Aeschlimann. «Die dunklen Sorten kommen in voller Sonne besser, sofern genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.» 

Die meisten Sterndolden werden 60 bis 100 cm hoch und blühen von Juni bis August. Die Stauden können im Herbst oder im Frühling geteilt werden.

Passt ihnen der Standort, samen sich Sterndolden durchaus auch selbst aus. Wer das nicht möchte, schneidet die Pflanze direkt nach der Blüte zurück. 

Sterndolden können 15 Jahre alt werden

Obwohl Sterndolden in der Regel sehr widerstandsfähig sind, kann Schneckenfrass oder Trockenheit im ersten Jahr ein Thema sein, bis sich die Pflanze etabliert hat.

Ursula Yelin: «Wenn der Standort passt, ist das später kein Problem mehr und eine Sterndolde kann 15 Jahre und älter werden. Stimmt der Standort nicht und kränkelt die Pflanze, dann kommen die Schnecken. Denn Schnecken räumen auf.» 

Weitere Informationen:

www.gartenwerke.ch

Sterndolden kaufen

Diverse Gärtnereien, Gartencenter und Baumschulen in der Schweiz bieten Astrantien an, zum Teil auch online. Wer Bioqualität bevorzugt, kann sich an die Staudengärtnerei Eulenhof wenden, die zum gleichnamigen  Landwirtschaftsbetrieb in Möhlin gehört.

www.eulenhof-stauden.ch

 

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