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Das Tal der Rosen

Im Tal der Rosen wachsen seit Generationen die typischen Damaszener-Rosen. In ihren Blüten lagert der Rohstoff für das weltweit begehrte bulgarische Rosenöl.


von David Eppenberger
Publiziert: 21.02.2019 / 17:05

 Ein betörend-süsser Duft liegt im Frühling über dem ganzen  «Rozowata Dolina», dem windgeschützten Tal der Rosen, 200 Kilometer von Bulgariens Hauptstadt Sofia entfernt. Die leichten, sandbraunen Waldböden und das Klima sind ideal für den Anbau der berühmten rosaroten Damaszener Rosen.

Die Bevölkerung des «Rozowata Dolina» hat sich in den letzten 300 Jahren viel Rosen-Knowhow angeeignet. Bulgarien ist weltweit der wichtigste Hersteller von Rosenöl. Je nach Quelle deckt der ehemalige Ostblockstaat zwischen 40 und 70 Prozent der Weltproduktion ab.

Alle grossen Kosmetikhersteller der Welt schwören auf die bulgarische Qualität. Die chemischen Eigenschaften des «Bulgarsko rozovo maslo» stehen in engem Zusammenhang mit den geografischen Merkmalen des Gebiets und unterscheiden es von Rosenölen aus anderen Regionen der der Erde.

Rosenöl: Fast ein Wundermittel

Das aus tausenden von Rosenblüten destillierte Öl soll zudem fast schon ein Wundermittel gegen allerlei Beschwerden sein: Gegen Depressionen, Kopfschmerzen, Gürtelrose, Menstruationsbeschwerden oder sogar gegen Flaute im Bett.

Die Haupterntezeit der Rosenblüten beginnt im Mai, dann sind tausende von Erntearbeitern im Einsatz. Sie erhalten pro Kilogramm geernteten Rosenblätter zwei Leva, umgerechnet sind das etwas mehr als ein Franken. Geübte Hände pflücken 35 Kilogramm pro Tag.

Allerdings wird nur früh am Morgen bis etwa elf Uhr geerntet, danach verflüchtigen sich die ätherischen Öle zu schnell in der Hitze.

Bio-Rosenöl liegt im Trend

Die Brüder Dimiter und Metodi Stefanov gehören mit ihrem Landwirtschaftsunternehmen Intermed zu den grossen Nummern im Rosenölgeschäft. Sie beschäftigen während der Saison über 1100 temporäre Arbeitskräfte, welche auf 120 Hektaren Blüten von den Rosensträuchern ernten. Noch am gleichen Tag muss die duftende Fracht zur Destillation nach Manolovo gebracht werden.

Nur wenige Rosensorten eignen sich zur Produktion von Rosenöl. Die Bekanntesten sind die Cabbash-Rose, die vor allem in Nordafrika angebaut wird, und die Damaszener-Rose mit Hauptanbaugebiet in Bulgarien. Rosenöl enthält mehr als 350 aromatische Verbindungen.

In grossen Kupfertöpfen werden die Blüten dort sofort gekocht, der Dampf kondensiert und das Öl kann abgeschöpft werden. Der Vorgang wird wiederholt. Die zweifache Destillation sei eine bulgarische Spezialität, erklärt Metodi Stefanov. «Nur so können wird die von unserer anspruchsvollen Kundschaft geforderte hohe Qualität erreichen.»

4000 kg für einen Liter Rosenöl

Die Abnehmer verlangen zudem zunehmend Bio-Rosen. Die Stefanovs bewirtschaften deshalb insgesamt 300 Hektaren nach den Regeln des biologisch-dynamischen Landbaus. Für einen Liter Rosenöl braucht es sagenhafte vier Tonnen Rosenblüten an Ausgangsmaterial, dafür werden etwas mehr als eine Hektare Rosensträucher benötigt.

Auch deshalb beträgt der Verkaufspreis bis zu 12 00 Franken pro Kilogramm. Das wertvolle Rosenöl wird nur in ganz kleinen Mengen vor allem in Parfüms verwendet. Als Nebenprodukt entsteht bei der Destillation Rosenwasser. Es ist deutlich günstiger als das Öl, weil für die Herstellung von einem Liter bereits ein Kilogramm Blüten ausreichen.

Rosenwasser gibt Aroma

Rosenwasser wird seit Jahrhunderten zur Aromatisierung von Lebensmitteln verwendet. Die Molkerei Biedermann in Bischofszell beispielsweise setzt es im Lassi-Joghurtgetränk ein. Unter anderem wegen seiner antibakteriellen Wirkung wird Rosenwasser auch in der Kosmetik eingesetzt, zum Beispiel als Gesichtswasser für empfindliche Haut.

Oder es wird ganz einfach direkt getrunken: «Täglich ein Schluck Rosenwasser hält dich gesund», sagt Metodi Stefanov. Er und seine Brüder betreiben ihr Geschäft mit Leidenschaft, die sie gerne mit anderen teilen.

Deshalb betreiben sie seit zwei Jahren gleich neben der Destillerie das Hotel Natherico. In einer Art Erlebnis-Tourismus führen sie Gäste aus der ganzen Welt in die Geheimnisse der Rosenöl-Herstellung ein, inklusive Besuch auf den Feldern, wo man gleich selbst Rosenblütenblätter ernten kann.

Rosenwasser selber herstellen

Sammeln Sie früh am Morgen 300 g frische, starkduftende Rosenblütenblätter. Der weisse Blattansatz schmeckt bitter und muss weggeschnitten werden. Reinigen Sie die Blüten mit Wasser von Staub und Ungeziefer.

Übergiessen Sie 100 g der Rosenblütenblätter mit einem Liter kochendem Wasser. Lassen Sie den Sud unter einem Deckel mindestens eine Stunde ziehen und abkühlen.

Danach sieben sie die Blätter ab, übrig bleibt das nun farbige Sudwasser. Dieses bringen Sie erneut zum Kochen, fügen weitere 100 g Rosenblätter hinzu und lassen das Ganze wieder eine Stunde ruhen.

Der Vorgang wird ein drittes Mal wiederholt. Den fertigen Sud filtern Sie beispielsweise mit einem Kaffeefilter ab und füllen ihn in eine zuvor mit heissem Wasser sterilisierte dunkle Flasche ab. Das Rosenwasser ist dunkel und kühl gelagert 14 Tage bis zu einem Monat haltbar.

 

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