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Die knallfarbigen Mexikanerinnen

Bescheidenheit ist nicht ihr Ding: Mit knalligen Farben und üppigen Blüten ziehen Dahlien die Blicke auf sich: In der Gärtnerei Waldhaus in Lützelflüh findet jeden Spätsommer die einzige Dahlienschau der Schweiz statt.


Publiziert: 15.08.2019 / 10:20

Konzentriert bewegt sich Karin Mäder in einem Meer von Farben, die Gartenschere in der Hand. Immer wieder zwickt sie unansehnlich gewordene Blütenköpfe ab. «Schneidet man Dahlien nach dem Verblühen immer sofort ab, wachsen laufend neue Blüten nach», sagt die Gärtnerin.

Dahlien sind eine der Spezialitäten der Gärtnerei Waldhaus in Lützelflüh und das schon seit Generationen. Heute führt Karin Mäder den Betrieb gemeinsam mit Elisabeth Brändli-Bärtschi. Ab Mitte August blühen die Dahlen in all ihrer Farbenpracht und Fülle. Rund 10 000 Knollen hat das Waldhaus-Team im Frühling gesetzt. Darunter 76 alte Arten in Zusammenarbeit mit der Organisation Pro Specie Rara. Insgesamt stehen 248 Sorten auf der Verkaufsliste. Daneben bietet die Emmentaler Gärtnerei 76 verschiedene Minze-Sorten.

Dahlien mögen es warm

Dahlien lieben Hitzetage, wie sie die Schweiz diesen Sommer bereits erlebt hat. Denn die Pflanze, die auch unter dem Namen Georgine bekannt ist, stammt ursprünglich aus Südamerika. Sie schmückte bereits die Tempel der Azteken und Inkas. Im 18. Jahrhundert kam sie erstmals nach Europa und eroberte als Modeblume so manchen Palastgarten. Seit über 50 Jahren gilt sie zudem als
Nationalblume Mexikos.

Ab den 1950er-Jahren begannen Dahlien als unkomplizierte Dauerblüher die Haus- und Bauerngärten der Schweiz zu prägen. Bis heute gibt es allerdings nur eine einzige Schweizer Dahlien-Züchtung: Die ‘Gruss aus Waldhaus’. Sie ist das Werk von Elisabeth Brändli-Bärtschis Sohn Bernard, der fast sechs Jahre daran arbeitete.

Nur noch eine Dahlienschau

Als einzige Gärtnerei in der Schweiz veranstaltet der Betrieb in Lützelflüh noch jeden Spätsommer eine Dahlienschau, und das seit 93 Jahren. «Es kommen jedes Jahr tausende von Leuten aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland», sagt Karin Mäder. «Immer wieder werden auch Car-Ausflüge zu unserer Dahlienschau organisiert.»

Vor Ort können die Besucher nicht nur die Farben- und Formenpracht der Dahlien bewundern, sondern auch gleich Knollen für den eigenen Garten oder den Balkon bestellen. Ausgeliefert werden die Wurzelstücke aber erst im nächsten Frühling. Die meisten bestellten Dahlien und Pflanzen werden dann während des Kräuter-Verkauf direkt in der Gärtnerei abgeholt.

Ein Teil wird aber auch verschickt. «Wir bringen jedes Jahr 500 bis 600 Päckchen zur Post». Karin Mäder hat ursprünglich Papeteristin gelernt. Doch längt kann sich die 47-Jährige nicht mehr vorstellen, täglich in einem Laden zu stehen. Die Gärtnerei ist Beruf und Passion zugleich.

Auch wenn Dahlien als unkompliziert gelten, in der Masse halten sie das Waldhaus-Team auf Trab. Ende Juni kamen die letzten Knollen in den Boden; Die der kleineren Sorten, damit sie erst Ende August zum Start der Dahlienschau blühen.

Sparsam giessen

Während des Sommers werden die Reihen zwei- bis drei-Mal pro Woche gehackt und gejätet. Hohe Pflanzen werden aufgebunden, Verblühtes wird weggeschnitten. Wässern ist dagegen kaum ein Thema, denn Dahlien im Gartenboden kommen meistens ohne zusätzliche Wassergaben aus. Die Pflanze mag es warm und eher trocken. Eine Ausnahme sind Dahlien in Pflanzkübeln: Sie brauchen bei Trockenheit und Hitze Wasser.

Im Herbst lohnt es sich, die Knollen nicht zu früh aus dem Boden zu nehmen. «Dahlien sollten einen ersten Frost erleben, damit der Saft im Stängel in die Knolle zurückfliesst», erklärt Karin Mäder. «Den richtigen Zeitpunkt erkennt man daran, dass Blüten und Blätter am Nachmittag nach einer Frostnacht plötzlich braun und welk sind.» Dann sollten die Wurzelknollen an einen frostsicheren Ort gebracht werden.

Im Frühling ist Teilen angesagt. Denn die Knollen sollten nicht zu gross werden. Werden die Wurzelballen regelmässig geteilt, kann eine Dahlie viele Jahre alt werden.

Fallen beim Teilen zu viele junge Knollen an, können diese in der Küche verwendet werden. Denn Dahlienknollen sind essbar. Eine Auswahl an Rezepten mit mexikanischem Gusto findet sich auf der Website der Gärtnerei.


Weitere Informationen:
www.gaertnerei-waldhaus.ch

Die Dahlienschau ist dieses Jahr vom 25. August bis etwa Mitte Oktober täglich durchgehend geöffnet.

Dahlien pflanzen, lagern und teilen: 

Pflanzen: Die Dahlien-Knollen erst Mitte Mai in den Boden setzen, nach den Eisheiligen. Eine Pflanztiefe von rund fünf Zentimetern ist ideal. Etwas reifer Kompost und Hornspäne im Pflanzloch fördern die Blüte. Vor dem Setzen kontrollieren, ob die Knolle faule oder kranke Stellen hat. Bei niedrigeren Sorten braucht es 20 bis 30 cm Pflanzabstand, bei höheren 70 bis 100 cm.

Aus dem Boden nehmen: Dahlien sind nicht winterhart. Nach dem ersten Frost, wenn
das Laub braun ist, den Stängel handbreit abschneiden und die Knolle aus dem Boden nehmen. Lassen Sie sie einige Stunden an einer schattigen Stelle trocknen und säubern Sie sie von Erde.

Überwintern: Ideal ist, die Knollen nebeneinander in Kisten in einem fünf bis zwölf Grad kühlen Keller zu lagern. Nicht giessen, sonst faulen sie! Aber: Ist der Lagerraum wärmer, können die Knollen gelegentlich mit einer Sprühflasche befeuchtet werden. Zum Lagern die Dahlienknollen
in Hobelspäne, in Zeitungen oder in Sand packen. Alle vier Wochen kontrollieren, ob die Knollen faulen oder eintrocknen.

Teilen: Die Wurzelstücke nicht zu gross werden lassen, sonst behindern sich die Knollen gegenseitig beim Wachsen. Die Knollen im Frühling so teilen, dass an jedem Teil ein Stück des Wurzelhalses bleibt.

Pflege: Dahlien sind unkompliziert, im ersten Wachstumsstadium aber anfällig für Schneckenfrass. Wird alles Verblühte zügig weggeschnitten, bildet die Pflanze laufend neue Blütenköpfe.

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